Notfalldatenmanagement

Im Notfall hilfreich

Mit dem Notfalldatenmanagement soll eine Anamneseunterstützung für Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung stehen. Oftmals besteht bei der Versorgung eines Patienten die Situation, dass relevante Informationen zur Patientenvorgeschichte nicht vorhanden sind und auch der Patient selbst nicht in der Lage ist, zur Anamnese beizutragen. Das Notfalldatenmanagement zielt darauf ab, dieses Informationsdefizit vornehmlich in drei Einsatzszenarien zu lindern.

Szenario 1: Präklinische Patientenversorgung durch den Rettungsdienst.

Szenario 2: Ungeplante Patientenaufnahme in der Notaufnahme eines Krankenhauses.

Szenario 3: Ein Arzt trifft im ambulanten Versorgungssektor auf einen unbekannten Patienten mit Akutbeschwerden.

Das Notfalldatenmanagement auf der elektronischen Gesundheitskarte besteht aus zwei Elementen: Der Notfalldatensatz mit notfallrelevanten, medizinischen Informationen zum Patienten und ein Datensatz mit Hinweisen zu persönlichen Erklärungen des Patienten.

In mehreren Prätests konnte zwischenzeitlich überprüft werden, welche Informationen zum Patienten notwendig sein können und wie ein gelungener Auswahl-/Anlageprozess mit technischer Unterstützung des Praxisverwaltungssystems bei der Erstellung des Datensatzes gestaltet sein sollte.

Im Notfalldatensatz lassen sich Angaben zu Diagnosen, Medikation, Allergien/Unverträglichkeiten und mehr erfassen. Die Definition des Datensatzes enthält keine inhaltlichen Vorgaben beispielsweise hinsichtlich der abzulegenden Diagnosen. Die notfallrelevanten medizinischen Informationen sind vielmehr vom betreuenden Arzt patientenindividuell festzulegen. Der Datensatz ist mit dem elektronischen Heilberufsweis rechtsverbindlich zu signieren.

Bildnachweis: gematik GmbH

Getrennt von den Notfalldaten können in einem zweiten Datenblock Informationen zu den Aufbewahrungsorten einer Organ-/Gewebespendeerklärung, einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung abgelegt werden. Diesen Datenblock muss ein Arzt nicht unterschreiben.

Die beiden Datenblöcke sind getrennt voneinander anlege- und veränderbar und können ebenso getrennt voneinander von berechtigten Personen ausgelesen werden.

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Die Anwendung auf der elektronischen Gesundheitskarte ist für Patientinnen und Patienten freiwillig. Sie haben allerdings einen für Ärzte verpflichtenden gesetzlichen Anspruch auf Speicherung und Aktualisierung von Notfalldaten.

Um das Notfalldatenmanagement nutzen zu können, benötigt die Praxis die entsprechende Technik, insbesondere einen elektronischen Heilberufsausweis, einen E-Health-Konnektor, ein weiteres Kartenterminal sowie ein angepasstes Praxisverwaltungssystem. Zur Erstattung der Technikkosten haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband entsprechende Verträge abgeschlossen (Informationen zur Kostenerstattung).

Darüber hinaus ist im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für das Anlegen (80 Punkte), Überprüfen und Aktualisieren (4 Punkte) sowie Löschen (1 Punkt) eine Vergütung vorgesehen.

Weiterführende Informationen zum Notfalldatenmanagement stellt die gematik online zur Verfügung.